LDV156

36 MELODIES IN A BOTTLE Antonio Vivaldis vier Konzerte, 1718 bis 1720 ursprünglich für Solovioline, Streichorchester und Generalbass komponiert, bilden den Beginn der Sammlung Il cimento dell’armonia e dell’invenzione (Das Wagnis von Harmonie und Erfindung) und sind allseits unter dem Namen Die vier Jahreszeiten bekannt. Sie sind insofern besonders, da sie die beschreibenden Eigenschaften eines Texts und die Flexibilität jeder rhythmischen Variation in sich vereinen. Ein Text? In der Tat, ein italienisches Sonnet präsentiert auf poetische Weise die Merkmale jeder Jahreszeit. In der sich draus ergebenden Programmmusik experimentiert Vivaldi mit neuen Klängen, und die fünf Interpretinnen warten mit einem gemeinsam umgesetzten Arrangement von Der Sommer auf, das zuweilen wie eine Paraphrase oder gar eine Reminiszenz anmutet, so kühn ist ihr Angebot: „Man weiß nicht mehr wirklich, welche Klangfarbe sich behauptet, und es ist unser Wunsch, für Orientierungslosigkeit zu sorgen.“ Das Vergnügen der Virtuosität erzwingt den Klang nie. Es steht im Dienst der Dialoge, die ebenso aus dem Dunst hervorspringen wie die schillerndsten Farben in einer Welt aus Wasser. Eine bezaubernde Atmosphäre ganz wie in Venedig.

RkJQdWJsaXNoZXIy OTAwOTQx