LDV156

34 MELODIES IN A BOTTLE „Meines Erachtens findet sich die größte Tugend der Musik außerhalb des Klangs allein. Die besondere Klangfarbe eines Instruments ist ein Teil der Musik, aber nicht der wichtigste Bestandteil. Wäre es so, würde ich mich dem Wesen der Musik hingeben, das allein existieren muss… Zwei, drei Noten… Das Wesen muss da sein, unabhängig von den Instrumenten.“ Arvo Pärt. Es gibt mehrere Arrangements eines seiner bekanntesten Stücke, Fratres, 1977 komponiert. Die vorliegende Version für Streichquartett erschafft ein Gefühl der zeitlosen Musik, wie es auch Saties Werke können. Pärt erfand die sogenannte „Neue Einfachheit“. Diese tauchte im Laufe der Zeit wie eine Klärung der Komposition und die Enthüllung eines spirituellen Aspekts der Themen auf. In der sowjetischen Zeit wurde der Komponist vom Sowjetischen Komponistenverband der UdSSR angegriffen und in „Quarantäne“ gesetzt, sodass seine Werke nicht mehr gespielt wurden. 1980 wanderte Pärt nach Wien aus, bevor er sich in Berlin niederließ. Für den Komponisten war es nicht nur eine räumliche, sondern auch eine ästhetische Zäsur. Er behauptete seine geistige Unabhängigkeit, indem er weniger an seinen Wurzeln als an seinem Werk ohnegleichen hing.

RkJQdWJsaXNoZXIy OTAwOTQx