LDV156

31 VASSILENA SERAFIMOVA ∙ QUATUOR ARDEO Das Werk ist vom Impressionismus gefärbt und lässt Debussys Einfluss erahnen. Der Aufbau des Stücks stützt sich auf eine musikalische Zelle, eine Art Leitmotiv auf Grundlage des Tanzes. Sie bleibt unaufdringlich, doch durchzieht die vier Sätze, in denen die von der Marimba verstärkten orientalisierenden Motive ihren Flair durchsetzen. Ihr Klang verschmilzt in den Streichern. Die großzügige Lyrik des ersten Satzes Assez animé vermittelt das Gefühl einer freien und tanzenden Schreibweise mit abrupten Rhythmuswechseln. Das zarte Pulsieren wird im zweiten Satz Animé betont. Die Geschmeidigkeit des Gesangs wird mit „einem inneren Rhythmus, einer organischen Dimension [wiederhergestellt], damit die Phrasen atmen“, wie die Interpretinnen erläutern. Die Alchemie zwischen den Instrumenten findet sich im langsamen Satz Assez lent, sans traîner wieder. Die Klarheit und die Eleganz der Melodie wahren zugleich einen sanft wiegenden Rhythmus und eine nie nachdrückliche Deklamation. Das Finale Très animé ist gleichermaßen sehr temperamentvoll, schnell und humoristisch. Es beginnt mit einer Reihe an originalen Pizzikati, die mit einer speziellen Spielart verschmelzen; jener der gedämpften Klänge auf der Marimba. In diesem Stück findet sich keine Ironie, lediglich überbordende Freude. Fast wie bei Ravel. „Der schelmische Charakter ist dem Marimbaspiel eigen und hilft uns, neue Klangfarben zu finden, die an die exotischen Welten erinnern, welche Jean Cras auf seinen Fernreisen entdeckte“, betonen die Musikerinnen.

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