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29 VASSILENA SERAFIMOVA ∙ QUATUOR ARDEO Es entsteht ein prekäres Gleichgewicht zwischen der Marimba – zu der sich das Vibrafon gesellt – und den Streichern, wobei das pulsierende und seidige Schlaginstrument einen stärkeren rhythmischen Aspekt innehat und zuweilen einen Instrumentalistenplatz einnimmt und die Streicher eine warme Lyrik und eine mal dichte, mal transparente, jedoch immer geschmeidige Textur bieten. Auch ist das Gleichgewicht prekär, wenn es in einer Hommage an Werke gilt, deren primäre künstlerische Kraft nicht zu ändern. Hier wandeln sich einige davon und widmen sich Themen: Wasser und Reise, Träume von der Weite. Das Ergebnis packt mit seiner Musikalität: „Wir spielen mit einem Effekt der Nähe und des Abstands zur Originalpartitur. Manchmal streben wir, unter anderem in den Stücken von Jean Cras und Claude Debussy, nach instinktiveren oder gar sinnlichen Stimmungen.“ Die großteils von Vassilena Serafimova umgesetzten Arrangements enthüllen neue Bande zwischen den Stücken, zwischen Tradition und Innovation. Sie verflechten sich durch die „Verwendung alter Modi in einer impressionistischen Ästhetik bei Debussy, durch den populären Jazz mit raffinierten Harmonien bei Gershwin und in brandneuen Farben, welche bei Vivaldi die barocke Improvisation der venezianischen Welt suggerieren“, erzählen unsere Solistinnen und fügen hinzu: „Im Laufe der Werke und der Arrangements zeichnet sich der Weg wie in einem Reisetagebuch ab, in dem sich jahrhundertealte Traditionen und neue Inspirationen kreuzen. Melodies in a Bottle ist weniger ein Programm als ein Streifzug über Meere und Städte, durch reelle und imaginäre Landschaften, Musiken, deren Geschichte sich mit jeder Note neu schreibt. Ein Ort der Zusammenkunft, an dem die Neugier zum schönsten Antrieb wird.“

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